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Service-Tipps

Gefährliche Kindersitze: Wenn White-Label-Produkte zum Risiko werden

Im aktuellen Kindersitztest des ADAC für das Frühjahr 2026 fallen mehrere Modelle mit schweren Sicherheitsmängeln auf. Bei einigen Sitzen besteht bei einem Unfall ein hohes Verletzungsrisiko für das Kind. Besonders kritisch: Eine ganze Gruppe nahezu baugleicher Sitze, die als White-Label-Produkte unter verschiedenen Markennamen im Onlinehandel auftauchen.

Junger Vater schnallt seine Tochter im Kindersitz an.

Der richtige Kindersitz kann bei einem Unfall Leben retten. Eltern sollten sich vor dem Kauf deshalb ausreichend informieren. Foto: Auto-Medienportal.Net/TÜV Süd

White-Label-Produkte sind ein bekanntes Geschäftsmodell: Hersteller bieten auf Plattformen wie Alibaba Sitze in großer Stückzahl an. Händler können diese optisch anpassen – etwa bei Farben, Polstern oder Logos – und sie anschließend unter eigener Marke verkaufen.

Problematisch wird es, wenn hinter verschiedenen Marken praktisch das gleiche Produkt steckt, inklusive identischer Technik und derselben Zulassungsnummer. Dies zeigt sich bei einer Familie von drehbaren Kindersitzen:

  • Buf Boof Tweety Plus
  • Ding Aiden 360
  • Kidiz 360
  • KidsZone i-Size 360
  • Lettas i-Size 360
  • Miophy i-Size 360
  • Xomax 946i

Der ADAC hatte im Kindersitztest 2025 vor dem Modell Reecle 360 gewarnt. Damals löste sich beim Frontalcrash die Sitzschale aus der Unterkonstruktion und wurde unkontrolliert durch das Fahrzeug geschleudert. Reecle scheint nur ein Vertreter einer ganzen Produktfamilie bauähnlicher Sitze zu sein, die im Netz unter unterschiedlichen Namen angeboten werden.

Wenn die Sitzschale durch das Auto fliegt
Der aktuelle Test zeigt: Bei allen untersuchten Sitzen dieser White-Label-Gruppe versagt die Unterkonstruktion. Die Sitzschalen lösten sich bei einem Crash und flogen durch den Fahrzeuginnenraum. Ein für Kinder lebensgefährliches Szenario.

Besonders tückisch:

  • Eltern erkennen im Onlinehandel nicht, dass sich hinter verschiedenen Marken technisch identische Produkte verbergen.
  • Gute Bewertungen im Shop beruhen oft auf Verarbeitung, Komfort oder Lieferzeit – niemand kann das Verhalten im Unfall aus eigener Erfahrung seriös beurteilen.

Schwerer Mangel auch bei Marke mit Namen
Sorgen bereiten nicht nur die anonymen White-Label-Produkte. Der ADAC stellte auch beim Modell Kinderkraft Mink Pro 2 schwerwiegende Sicherheitsprobleme fest. Beim Frontalcrash löste sich die Babyschale aus der Isofix-Station Base Mink FX2 und wurde durch das Fahrzeuginnere katapultiert. Kinder, die so gesichert sind, schweben bei einem Unfall in großer Gefahr.

Für Eltern, die dieses Modell besitzen, gilt daher:
Den Sitz nicht mehr mit der Base Mink FX2 verwenden, sondern die Babyschale mit dem Fahrzeuggurt anschnallen. 

Was Eltern wissen sollten

  1. Austauschangebot von Kinderkraft nutzen
    Der Hersteller Kinderkraft bietet Kunden an, das Set „Kinderkraft Mink Pro 2 + Base Mink FX2“ zurückzugeben oder auszutauschen. Eltern sollten dieses Angebot prüfen und sich direkt an den Kundenservice des Herstellers wenden.
     
  2. Was ist mit White-Label-Sitzen?
    Die betroffenen White-Label-Sitze erfüllen formal die gesetzlichen Mindestanforderungen und dürfen daher in Europa verkauft werden. Ein schlechtes Testergebnis begründet nicht automatisch einen Anspruch auf Rückgabe. 

    Dennoch: Wer den Sitz vor weniger als zwei Jahren gekauft hat, kann sich auf die gesetzliche Sachmängelhaftung berufen und seinen Anspruch gegen den Verkäufer prüfen. 
     
  3. Vor dem Kauf Tests checken
    Weil sich Sicherheit im Onlineshop schwer beurteilen lässt, sollten Eltern vor dem Kauf Testberichte und Bewertungen unabhängiger Prüfstellen heranziehen – etwa von Automobilclubs oder Verbraucherschutzorganisationen.

    Gerade bei vermeintlichen Schnäppchen oder unbekannten Marken gilt: lieber einmal mehr nach dem genauen Modellnamen suchen und schauen, ob der Sitz in Tests auffällt – positiv oder negativ.

Wie es weitergeht
Die vollständigen Ergebnisse des aktuellen Kindersitztests veröffentlicht der ADAC Ende Mai. Eltern sollten diese Veröffentlichung abwarten und sich dann genau anschauen, wie der eigene Sitz abschneidet.

Bis dahin gilt:

  • Kinder konsequent anschnallen
  • Einbau und Nutzung strikt nach Anleitung
  • Bei bekannten Problem-Modellen aktiv werden – und nicht abwarten